FARBE - LICHT - RAUM
Meine Malerei geht von organischen Strukturen und ihren relationalen Ordnungen in der Natur aus. Verzweigungen, Wachstumsprozesse und Vernetzungen bilden den Ausgangspunkt eines bildnerischen Denkens, das sich zunehmend von der Gegenständlichkeit löst.
Die daraus hervorgehenden Bildräume bewahren ihre strukturelle Herkunft nicht als Motiv, sondern als innere Dynamik. Bewegung, Rhythmus und Beziehung bleiben als formbildende Kräfte wirksam, ohne unmittelbar benennbar zu sein.
Im Zentrum stehen Farbe, Licht und Schichtung. In einem offenen, prozesshaften Arbeitsverlauf entstehen Übergänge zwischen Verdichtung und Auflösung, Präsenz und Entzug. Bildgrenzen werden durchlässig, räumliche Hierarchien treten zurück.
Die jüngeren Arbeiten sind von einer zunehmenden Reduktion geprägt. Naturbezogene Referenzen lösen sich zugunsten einer autonomen Bildsprache auf. Farbe gewinnt an Eigenständigkeit, während Licht die einzelnen Ebenen miteinander verbindet und den Bildraum strukturiert.
So entstehen Arbeiten, die nicht auf Abbildung zielen, sondern auf Erfahrung: offene Bildräume, in denen Wahrnehmung, Erinnerung und Resonanz in ein vielschichtiges Verhältnis treten.
Heidrun Buer
April 2026